Berlin verfügt über rund ein Dutzend offiziell ausgewiesene Grillflächen. Plätze mit direktem Zugang zu Spree, Kanälen oder Seen sind dabei allerdings die Ausnahme. Dieser Artikel ordnet ein, welche der freigegebenen Flächen tatsächlich in Wassernähe liegen und welche Standorte oft fälschlich als „Grillplatz am Wasser“ erwartet werden.
Warum es so wenige Plätze am Wasser gibt
Im Berliner Tiergarten besteht seit 2012 ein generelles Grillverbot, im Bezirk Lichtenberg seit Oktober 2022 in allen öffentlichen Grünanlagen. Treptow-Köpenick hat in den vergangenen Jahren sämtliche bis dahin freigegebenen Flächen geschlossen: den Treptower Park 2020, den Schlesischen Busch sowie den Landschaftspark Johannisthal Ende 2023. Dadurch ist die Spree-Uferseite zwischen Köpenick und Mitte heute weitgehend ohne offiziellen Grillplatz.
Plätze mit Wasserlage oder Wassersicht
Görlitzer Park – Wiese am Parkteich
Im Görlitzer Park (Kreuzberg) ist eine Grillfläche im westlichen Parkbereich zwischen Kunstrasensportplatz und Rodelhügel ausgewiesen. Sie liegt in Sichtweite des Parkteichs, eines etwa 0,5 Hektar großen künstlichen Stadtteichs. Bis zum Landwehrkanal sind es vom Parkeingang Skalitzer Straße knapp 250 Meter Fußweg.
Monbijoupark – an der Spree gegenüber der Museumsinsel
Der Monbijoupark in Mitte grenzt im Süden direkt an die Spree, gegenüber der Museumsinsel. Auf der zentralen Übersichtsseite der Senatsverwaltung wird ein kleiner, ausgeschilderter Grillbereich an der Oranienburger Straße geführt. Eine Pressemitteilung des Bezirksamts Mitte aus dem Jahr 2021 hatte das Grillen im Monbijoupark wegen der damaligen Pandemielage und Brandschutz untersagt; ob diese Regelung heute noch greift, ist nicht eindeutig dokumentiert. Vor einem Besuch empfiehlt sich daher ein Blick auf die Beschilderung vor Ort.
Häufig fälschlich als „am Wasser" erwartet
Mehrere bekannte Berliner Grillplätze führen Wasser-Bezüge im Namen oder in der Wegbeschreibung, liegen aber nicht direkt am Ufer.
- Blücherplatz (Kreuzberg): Die Grillwiese verläuft zwischen Waterloo-Ufer und Zossener Straße. Zwischen der Wiese und dem Landwehrkanal liegt jedoch die mehrspurige Straße Waterloo-Ufer – der Kanal ist sicht- und hörbar, aber durch den Verkehr getrennt.
- Volkspark Friedrichshain (Grillwiese am Neuen Hain): Liegt im südlichen Bereich des Parks. Die beiden Parkteiche sind fußläufig erreichbar, die Grillfläche selbst grenzt aber nicht an Wasser.
- Tempelhofer Feld: Die drei Grillzonen (Tempelhofer Damm, Columbiadamm, Oderstraße) liegen auf dem ehemaligen Flugfeld – ohne Wasserbezug.
Alternative: Seen im Berliner Umland
Wer auf Wasserlage Wert legt, weicht häufig ins Brandenburger Umland aus. Für das Grillen außerhalb Berlins gelten die Regelungen der jeweiligen Landkreise und Forstämter; Auflagen zu Brandschutz, Müll und Mindestabstand zu Bäumen sind dort meist strenger als in der Stadt. Eine Recherche bei der zuständigen Forst- oder Gemeindeverwaltung vor Anreise wird empfohlen.
Praktische Hinweise
- Mitgebrachter Standgrill ist vorgeschrieben; Holzkohle darf nicht direkt auf dem Rasen entzündet werden.
- Bei längerer Trockenheit gilt auf allen Flächen ein faktisches Grillverbot aus Brandschutzgründen, auch ohne ausdrückliche Anordnung.
- Glut muss vor dem Verlassen vollständig mit Wasser abgelöscht werden. Asche und Müll sind in die bereitgestellten Behälter zu entsorgen oder mitzunehmen.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt; Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Treptow-Köpenick; Berliner Grünanlagengesetz (GrünanlG). Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Hinweise und die Beschilderung vor Ort. Weitere Informationen unter berlin.de.